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Finale Endplanung Realisierung Ringgrabenkollektor
Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 21.03.2018 20:23:58
0
2631789
Hallo liebe Gemeinde,


Ich habe nun beschlossen dass ich bei uns einen Ringgrabenkollektor realisieren will.

Zu meinem Haus:
-Grundstücksfläche:ca. 2000m²
-Beheizte Wohnfläche: 235m²
-KFW Standard: KFW55
-Zentrale kontrollierte Wohnraumlüftung mit WRG: Ja
-Gesamte Heizlast: ca. 7 kW
==> Die Heizlast habe ich aus meiner EneV Energieberechnung meines Energieberaters ermittelt. Hier habe ich einen bezogenen Bedarf der Trinkwassererwährmung von q= 12,5 kWh/m²*a und einen bezogenen Bedarf der Heizung von q=10792 kWh/m²*a
-Es ist ein Panoramakamin vorhanden
-Bauort: Straubing bei Niederbayern

Ich werde mit Hilfe von einem Forumsmitglied folgenden Ringgrabenkollektor realisieren:

https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=YEelyMqqyjCh2ZoNaVHM

Die Bodenbeschaffenheit ist bei uns auch perfekt, da wir einen Lehmboden haben (Gäuboden)

Geplant sind 2 Slinkykreise.

Ich würde euch bitten nochmal die ganze Planung durchzusehen ob euch noch irgendetwas auffällt.
Falls nicht, dann würde ich euch auch bitten mir mitzuteilen, ob meine Planung soweit passt.


Vielen Dank bereits im voraus für eure Mithilfe

Verfasser:
FranksBude
Zeit: 21.03.2018 21:32:07
0
2631816
Moin.

Auch wenn die Planerbedienung am Handy (noch) nicht so schön von der Hand geht, hier mal mein Kommentar nach einem groben Blick drauf:
Bekommt das Haus einen Keller? Dann könnte man den Verlauf umdrehen und das warme Ende einmal ums Haus in die Baugrube legen, denn die ist ein sowieso-Aufwand. Ansonsten wirst du bei den Traumbedingungen auch ohne keine Schwierigkeiten bekommen - viel Spaß!

Gruß
Frank

PS: Bei Recherche und sogar persönlicher Unterstützung werfe ich nur noch sicherheitshalber "kein Puffer - keine ERR - BKA - Bad-WH - Kreislängen - Abgleich" in den Raum. :)

Verfasser:
crink
Zeit: 21.03.2018 22:06:15
0
2631832
Und "keine Zirkulation" und "kein wassergeführter Ofen/Kamin".

Viele Grüße
crink

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.03.2018 23:35:57
0
2631858
Ca. 1,3 % weniger Effizienz der Wärempumpe, ca. 62 m2 weniger Aushub
Erdreich:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=rHGkPQAEJgRvmDNV0bPQ

Grüsse

winni

Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 22.03.2018 07:56:24
0
2631901
Guten Morgen zusammen,

erstmal danke für eure Antworten.

@FranksBude
Nein, das Haus bekommt keinen Keller.
Was meinst du mit "kein Puffer - keine ERR - BKA - Bad-WH - Kreislängen - Abgleich"
Ich wäre hier trotzdem gerne auch selber informiert auf was ich alles achten muss.
Hättest du sonst noch Tipps für mich auf was ich alles achten sollte?

@Crink
Was meinst du hier genau mit "keine Zirkulation" und "kein wassergeführter Ofen/Kamin".?

@winni 2
Danke für deine Planung, schaut auch gut aus.
Hättest du noch irgendwelche Tipps oder Anmerkung auf was ich alles achten sollte?

Danke euch

Gruß

Michael

Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 22.03.2018 08:01:22
0
2631904
Meint ihr das 2 Slinkykreise, also 2 Rohre bei mir ausreichend sind?

Verfasser:
fdl1409
Zeit: 22.03.2018 08:38:01
0
2631923
Modulierende 6 ( -7,5 ) kW Wärmepumpe?
2 Kreise sind ausreichend. Wenn einer ausfällt reicht der verbleibende Kreis auch noch, du hast dann nur eine größere Spreizung und brauchst 5% mehr Strom.

Grüße
Frank

Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 22.03.2018 09:42:25
0
2631954
Mein Heizungsbauer und ich hätten eine Weishaupt Sole-Wärmepumpe mit 8,1 kW Leistung genommen...
Was meint Ihr dazu?

Verfasser:
Randberliner
Zeit: 22.03.2018 10:04:06
1
2631969
Zitat von M.Erndl Beitrag anzeigen
Mein Heizungsbauer und ich hätten eine Weishaupt Sole-Wärmepumpe mit 8,1 kW Leistung genommen...
Was meint Ihr dazu?


Hallo, bei dem von Dir geposteten Heiz- und Brauchwasserwärmebedarf finde ich die 8,1kW zu groß.

Ich habe sehr ähnliche Werte und komme mit deutlich unter 6kW aus.

Gruß
Kristian

Verfasser:
AH3101
Zeit: 22.03.2018 10:08:15
1
2631972
Zitat von M.Erndl Beitrag anzeigen
Mein Heizungsbauer und ich hätten eine Weishaupt Sole-Wärmepumpe mit 8,1 kW Leistung genommen...
Was meint Ihr dazu?


Nimm lieber eine modulierende Wärmepumpe.
z.B.
Novelan SICV 6.2H3
alpha innotec SWCV 62H3
Nibe F1155-6

Verfasser:
crink
Zeit: 22.03.2018 10:11:20
11
2631975
Moin,

hier die notwendigen Grundlagen eines effizienten und kostengünstigen Wärmepumpen-Systems. Leider sind diese Grundlagen nicht allen Heizungsbauern bekannt, deshalb wundere Dich nicht, falls Du auf Unverständnis stößt ("ham wa imma schon so gemacht"). In diesem Fall verweise Deinen Heizi hier ans Forum, wir freuen wir uns schon auf die Diskussion.

- FBH bzw. Flächenheizung: Damit werden niedrige Heizwassertemperaturen und ein komfortables Wohnklima erreicht. Je niedriger die Heizwassertemperatur, desto sparsamer die Wärmepumpe und desto besser funktioniert der Selbstregeleffekt (-> siehe keine ERR).

- Kein Puffer: Ein Heizwasserpuffer mit paralleler Einbindung wirkt als hydraulische Weiche und wird von Heizungsbauern gerne verbaut um ERR-Probleme (-> siehe keine ERR) zu beseitigen. Da die ERR überflüssig sind wird auch der Puffer nicht gebraucht. Argumente wie "zur Überbrückung der Sperrzeiten", "um Wärme zu speichern" sind hinfällig, da die Wärmespeicherkapazität eines typischen Heizwasserpuffers um Größenordnungen unter der Wärmespeicherkapazität des Estrichs liegt.

- Keine ERR: Einzelraumregelungen schalten nur komplett an oder komplett aus. Das ist in Verbindung mit einer trägen Flächenheizung und niedrigen Heizwassertemperaturen kontraproduktiv, der Selbstregeleffekt erreicht mehr: Je wärmer die Luft im Zimmer, desto weniger Wärme kann an die Luft abgegeben werden, desto weniger Wärme verliert das Heizwasser in diesem Zimmer, desto wärmer kommt das Heizwasser zur Wärmepumpe zurück, desto weniger wird nachgeheizt.

ERR verbrauchen 2-3 Watt dauerhaft in einem der beiden Schaltzustände. Bei 10 ERR und durchschnittlich 5 aktiv ergibt das über eine Heizperiode von 4000 Stunden insgesamt 50 kWh Stromverbrauch - vollkommen überflüssig. Bei Nutzung von ERR brauchst Du eine Lösung, was das Heizwasser machen soll wenn alle ERR zu sind. Entweder einen Puffer (-> siehe kein Puffer) oder ein Überströmventil (-> siehe kein Überströmventil).

Das Weglassen der ERR widerspricht momentan leider den Bauvorschriften, man kann sich aber von der ERR-Pflicht per Antrag befreien lassen. Falls Dir das zu aufwändig ist sieh nur die Verkabelung für die ERR vor, so dass jederzeit nachgerüstet werden kann.

- BKA (Betonkernaktivierung): In das Beton der Zwischendecken werden direkt Heizungsrohre verlegt, so dass nicht nur der Estrich, sondern der gesamte Beton als Speicher und Wärmeabgabefläche dient und hilft die Heizwassertemperaturen weiter zu senken. Mit wenig Aufwand lässt sich hier viel erreichen, wenn das Thema von vorn herein bei der Planung des Hauses mit bedacht wird.

- Bad-WH (Wandheizung): Für das Bad wird oft eine höhere Temperatur als für den Rest des Hauses gefordert - bei gleichzeitig relativ wenig Platz auf dem Fußboden, weshalb hier eine Fußbodenheizung oft nicht ausreicht, um bei niedriger Heizwassertemperatur genügend Wärme ins Bad zu bekommen. Deshalb empfehlen einige Heizis Handtuchheizkörper, die aber in einem System mit Flächenheizung (-> siehe FBH bzw. Flächenheizung) nichts zu suchen haben. Statt dessen lieber eine Wandheizung ins Bad. Und gedämmte Innenwände zu den anliegenden Räumen, damit das Bad nicht auch noch die umliegenden Räume mit heizt.

- Kreislängen: Die Auslegung der Flächenheizung klappt am besten, wenn alle Kreise ungefähr gleich lang sind (um die 80 m) bzw. zwischen 60 und 100 m, dann klappt der hydraulische Abgleich (-> siehe Abgleich) leichter und die Gefahr eines thermischen Kurzschlusses (-> siehe kein Überströmventil) ist geringer.

- Abgleich: Der hydraulische Abgleich ist für die BAFA-Förderung vorgeschrieben, wird aber manchmal sehr stiefmütterlich behandelt. Deshalb nach Einzug die ersten zwei Winter selber einen thermischen Abgleich durchführen. Der Abgleich ist nur dann gut durchführbar wenn die Kreislängen nicht zu unterschiedlich sind (-> siehe Kreislängen).

- Keine Zirkulation: Das ständig (oder periodisch) zirkulierende Warmwasser ist Energieverschwendung und eine verkappte Zusatzheizung des Hauses - auf einem Temperaturniveau, das die Wärmepumpe mit schlechterem Wirkungsgrad zur Verfügung stellt. Stattdessen den Warmwasserspeicher möglichst nah an die Zapfstellen platzieren, an denen schnell Warmwasser zur Verfügung stehen soll. Im EFH eigentlich immer planbar.

- Kein wassergeführter Ofen/Kamin: Das macht die Heizungshydraulik kompliziert und erfordert einen Puffer für das Heizwasser (-> siehe kein Puffer). Nimm lieber einen luftgeführten Ofen/Kamin mit geringer Leistung (sonst überhitzt der Aufstellraum bei moderner Dämmung sehr schnell) und großer Speicherkapazität.

- Kein Überströmventil: Zur Sicherstellung des erforderlichen Volumenstroms für den Betrieb einer Wärmepumpe wird manchmal ein Überströmventil verwendet (-> siehe keine ERR). Dieses erzeugt aber genau wie zu kurze Heizkreise einen Kurzschluss (-> siehe Kreislängen) und sorgt dafür, dass lange Heizkreise unterversorgt werden und die Takte der Wärmepumpe zu kurz werden, was der Lebensdauer der Wärmepumpe schadet.

- Korrekte Dimensionierung: Eine zu große Wärmepumpe mit Sicherheitsreserven verbraucht mehr Strom und hat durch öftere Ein/Ausschalt-Vorgänge eine kürzere Lebensdauer. Außerdem ist sie teurer und benötigt eine teurere Quelle. Deshalb lege die Wärmepumpe möglichst exakt auf die seriös berechnete Heizlast aus und plane in Bezug auf das Warmwasser keinen übertriebenen Zuschlag ein. Hier im Forum haben sich 100 W pro dauerhaftem Bewohner als Warmwasserzuschlag bei vielen Projekten bewährt (-> siehe keine Zirkulation).

Zu jedem einzelnen der genannten Themen findest Du hier im Forum haufenweise Threads, die genauer auf die Problematik eingehen bzw. bei denen fertige Häuser ihre Probleme offenbaren.

Also spare das Geld für Heizwasserpuffer, ERR, Überströmventil, Einbindung des Kamins, Zirkulation und zu große Wärmepumpe und investiere es lieber in eine Flächenheizung mit genügend Kreisen, eine saubere Berechnung Heizlast und der Flächenheizung inkl. Kreislängen, eine Wandheizung im Bad und in BKA. Dann erreichst Du eine Heizungshydraulik, die maximal Heizkosten spart und die Wärmepumpe schont.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
crink
Zeit: 22.03.2018 10:18:37
0
2631981
Nochmal moin,

nun zur Wärmepumpe: Bei Beachtung der obigen Hinweise in Bezug auf die Heizungshydraulik klappt es auch mit einer nicht modulierenden Wärmepumpe, allerdings bräuchtest Du für ein Modell mit 8 kW Heizleistung 3 Solerohre mit je 300 m Länge und 32 mm Durchmesser. Auch der Soleverteiler wird teurer und Du brauchst mehr Solekonzentrat, so dass die Quelle ca. 500 EUR mehr kostet.

Weitere Infos zum Ringgrabenkollektor: Homepage, Ablaufplanung, Supportthread, haufenweise Beispiele - da steht alles drin auf das Du achten solltest.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 22.03.2018 10:35:11
0
2631992
@crink:
Erstmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Da hast du mir schon sehr geholfen.

Meinst du das bei mir auch eine 6,1 kW Wärmepumpe ausreichend ist?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.03.2018 11:05:35
0
2632015
Füll doch mal die Heizlastabschäzung in Deinem Entwurf mit den
Daten des EnEV-Ausweises aus. (7000 Watt sieht irgendwie ge-
rundet aus?)

Ansonsten wird eine 6,1 kW Wärmepumpe mit sehr hoher Wahr-
scheinlichkeit reichen, wenn die 7000 Watt im Tool stimmen.
Dyarne,s Messungen, versus berechnete Heizlasten in einem kalten
Winter:
http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/199288/Auslegung-wieviele-kW-braucht-die-WP

Grüsse

winni

Verfasser:
crink
Zeit: 22.03.2018 11:06:29
0
2632016
Hi Michael,

welche Werte stehen in Deiner EnEV-Berechnung drin für:
- H'T
- A (Hüllfläche)
- Ve (Bruttovolumen)
Im Zweifelsfall verlinkst Du die anonymisierte EnEV-Berechnung, vielleicht bekommst Du dann auch noch ein paar Tipps was sich noch verbessern lässt.

Wieviele dauerhafte Hausbewohner?

Mit der Heizlastabschätzung (findest Du auch als Menupunkt im TrenchPlanner) kannst Du die Heizlast mit 5% Unsicherheit herausfinden. Da Du einen Kamin planst kannst Du die WP gerne knapp dimensionieren.

Viele Grüße
crink

Ps: winni war schneller...

Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 22.03.2018 11:22:05
0
2632023
Danke euch.
Diese Angaben stehen bei mir in der Enev Auslegung:

Gebäudehüllfläche : 608,08 m²
Gebäudevolumen : 968,97 m³
Beheiztes Luftvolumen : 736,42 m³
Gebäudenutzfläche : 310,07 m²
A/Ve-Verhältnis : 0,63 1/m
Fensterfläche : 53,86

Damit bin ich auf eine Heizlast von 7,1 kW gekommen. Stimmt meine Berechnung?

Wir werden zu 2. einziehen...aber dauerhaft geplant sind 4 bis 5 Personen.

Verfasser:
crink
Zeit: 22.03.2018 11:26:15
0
2632030
Hi,

der wichtigste Wert fehlt, der H'T-Wert - sozusagen der durchschnittliche U-Wert der kompletten Hüllfläche inkl. Wärmebrücken. Wenn H'T bei 0,26 W/m²K liegt, dann würde Deine Berechnung hinkommen.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
M.Erndl
Zeit: 22.03.2018 11:45:46
0
2632041
Entschuldigt bitte...
Der Transmissionswärmeverlust liegt bei 0,26 W/(m²K) genau.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.03.2018 12:00:20
1
2632050
Ich würde die 6,1 kW, statt der 8,1 kW, Wärmepumpe nehmen.

Dazu die Heizflächen auf möglichst tiefe Temperaturen auslegen,
was sowieso zu empfehlen ist. Dadurch steigt die tatsächliche
Leistung der Wärmepumpe gegenüber der Nominalleistungs-
angabe bei Sole 0/Heizungsvorlauf 35 Grad.

Aber die 6,1 kW wird ohenhin reichen. Siehe Link Dyarne und
Kristian,s Beitrag.
Und als Hosenträger, für das sichere Gefühl nicht zufrieren :-),
haben die Wärmepumpen id.R. eh noch einen direktelektrischen
Heizstab, der zuarbeiten könnte, falls es mal an extremen Tagen
nicht langen sollte.

Grüsse

winni

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