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Bitte um Hilfe für RGK Neubau EFH Coswig
Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 04.05.2019 14:24:16
0
2780038
Liebe Forumsbetreiber und Mitwirkende,

zunächst ein großes Lob für die vielen hilfreichen Informationen und Werkzeuge, die ihr geschaffen und gesammelt habt. Das ist beeindruckend.

Wir planen mit einem Bauträger ein EFH in Coswig (bei Dresden) zu errichten. Auf das Dach soll eine 9,5 kWp PV-Anlage, dazu eine sonnen-Batterie 10 kWh mit Community-Flat und einer jährlichen Freistrommenge von 6750 kWh.

Zu dem Haus gibt es folgende Eckdaten:
• Wohnfläche 157 m², EG & OG, Flachdach, kein Keller
• Außenlänge x –breite x -höhe 10.26 x 9.95 x 5.9
• Grund-/Dachfläche 102 m²
• Hüllfläche: 443 m²
• Beheiztes Bruttovolumen: 602 m³
• Fensterfläche ca. 44 m² (dreifach verglast)
• Bauweise: Porenbeton, verputzt, etwa KfW55 -Standard
• Zentrales Lüftungsgerät zehnder Comfoair q350 mit ca. 90% Wärmerückgewinnung
• Fussbodenheizung 153 m²
• Wärmepumpe Vissmann Vitocal 222 (Typ AWBT-M-E/AWBT-M-E-AC 221.C10) mit ca. 10 kW Wärmeleistung (regelbar) und 220 l TW-Speicher (das ist jetzt noch die Rückfall-Variante als Luft-Wasser-WP, gibt es aber auch als Sole-Wasser-WP).
• Ich plane Loxone Steuerung mit Einzelraumregelung (Temp.+Feuchte) sowie wetterabhängiger Rolladensteuerung

Es gibt noch keine ENEV Berechnung. Die Abschätzung der Heizlast mit dem RGK-Tool aus dem Forum ergibt 5524 W (mittlere Raumtemperatur 21°C) / 5664 W (22°C).

Eine erste Anfrage bei einer Bohrfirma ergab:
• er rät von Grundwasser-WP wegen hoher Mangan- und Eisengehalte ab (würde den Wärmetauscher zusetzen)
• Anhand der Wohnfläche (ohne den Energiestandard und die Lüftung zu kennen) würde er eine Sondenbohrung von 2 x 100 m für ca. 16-18 TEUR machen.

Daher hoffe ich, dass der RGK mit viel Eigenleistung eine tragfähige Alternative ist.

Es liegt ein geotechnischer Bericht für das Wohngebiet vor. Dort heisst es: "Die Bodenverhältnisse im Untersuchungsgebiet werden im Wesentlichen durch fluviale
Ablagerungen der Elbe (Auelehm, Talsande, Flusskiese) geprägt." Das klingt erstmal passabel, aber die konkrete Situation für unser Grundstück ist dann nach meinem Verständnis doch noch einmal schlechter.
Unser Grundstück liegt in der Mitte der Bohrungen RKB 14, 15 und 16 (nördliche Ecke ggf. RKB 8) siehe LageplanGeoBericht.

Ergebnisse der Bohrungen: Bodenverhältnisse in 1,7m Tiefe
Bohrung Bodenart Korngröße Nebenanteile Bodenklasse Farbe Grundwasser
RKB 14 Sand fein <15% schluffig Leicht lösbar braun 3,90 m
RKB 15 Sand Fein Leicht lösbar braun 4,00 m (Wasser versickert in 2,10 m unter Geländeoberkante)
RKB 16 Sand fein 30-40% schluffig Mittelschwer lösbar braun 4,80 m
RKB 8 Sand fein <15% Kies Leicht lösbar braun 3,90 m
10,5% Wasser

Ich habe den Ringgraben mithilfe des Forum-Tools ausgelegt (hier) und dabei den ungünstigsten Boden (trockener Sand) bei einer Verlegetiefe von 1,7m angenommen. Der RGK deckt mit 5400 kW noch nicht ganz den prognostizierten Bedarf (mit lehmigem Sand wäre er locker gedeckt).

Ich plane folgende unterstützende Maßnahmen:
• elektrisches Zusatzheizregister in Lüftungsanlage
• elektrische Einschubpatrone in Bad-Wandheizkörper
• elektrische Strahlungsheizkörper als schnelle Bedarfsheizung
• Regenerierung des Bodens mit Wärme aus dem Haus durch Betrieb im Sommer
• Regenerierung des Bodens durch Versickerung von (voraussichtlich kostenlos zur Verfügung stehendem) Grundwasser über den Kollektoren

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich bei folgenden Punkten unterstützen könntet:
• Habe ich ungeeignete / zu optimistische Annahmen getroffen?
• Ist der RGK zu knapp bemessen?
• Was kann ich tun, um die Planungssicherheit und die Leistung des RGK zu verbessern?

Ich bin dankbar für jederlei konstruktive Kritik und Hinweise!

Thorsten

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 04.05.2019 15:27:48
2
2780052
Zuerst mal die Frage gestellt, warum soll denn eine 10 kW Maschine bei einer errechneten NAT-Heizlast von ein bisschen über 5 kW installiert werden!?!?

Die mit mit dem EneV-Rechner ermittelten knapp 5500 Watt wird es real sowieso never ever brauchen ... innere und äußere Wärmegewinne sind nämlich mit dem Heizlasttool noch nicht berücksichtigt!

Das Geld, was dich der Loxone-Einzelraumregelungsfirlefanz kosten würde, das solltest m. M. n. übrigens besser für sinnvolle Dinge investieren!

Verfasser:
winni 2
Zeit: 04.05.2019 15:38:36
2
2780058
Hallo Torsten,

schön niedrige Heizlast. :-)

Aus dem was Du zur Wärmepumpe schreibst werde ich nicht schlau.
Das ist doch kein modulierendes Gerät und 10 kW wären zu viel für
Dein Haus, mit einer nichtmodulierenden WP.
Von Viessmann gibt es aber jetzt auch eine modulierende, die passen
würde:
https://www.viessmann.de/de/wohngebaeude/waermepumpe/sole-wasser-waermepumpen/vitocal-333-g.html

Einzelraumregelung und Wärmepumpe passt nicht so gut zusammen,
weil die der Wärmepumpe den Durchluss nehmen kann. Da kannst
Du sparen, mach Dich mal hier schlau zu dem Sinn/Unsinn von ERRs
in einem gut gedämmten Haus.

- Badheizkörper solltest Du Dir auch sparen, und lieber z.B. einen
beheizten Spiegel einbauen und evtl. zusätzliche Wandheizung im
Bad mit darauf montierten Handtuchhaltern.
Heizkörper rosten und können so die FBH verschlammen.

- Der Boden regeneriert so oder so, aber wenn Du eh passiv kühlen
willst.

- Grundwasserversickerung ist mit einerm richtig dimensionierten
Kollektor eigentlich nicht notwendig.

Deinen Kollektorentwurf finde ich gut und mit "trockenem Sand"
defensiv gewählt.
Ich habe den mal noch ein bischen verändert:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=Pyx4w1ntK3ezZh7s62yu

Mit einem überdimensionierten Graben und modulierender Wärmepumpe
wäre auch ein Kollektor ohne Verteiler mit einem 40er Rohr, 300 Meter
lang eine Option:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=goNGsPqGp7sfGZjc1GGL

Grüsse

winni

Verfasser:
SMiak
Zeit: 04.05.2019 17:52:41
4
2780094
Moin Moin,

ich schließe mich Winni an und bevorzuge 1x 40er 300m (besser 400m) ohne Soleverteiler an!
In dem Fall sollte es unbedingt eine modulierende WP sein, gern die beliebte Nibe 1155-6 PC.

Mein RGK liegt Luftlinie 10km von eurem zukünftigen Haus entfernt. ;-) Bei Fragen, meld dich.

Viele Grüße
Maik

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 05.05.2019 22:13:54
1
2780465
Guten Abend, low energy, winni & Maik,

habt erst einmal vielen Dank für eure schnellen Antworten und Verbesserungsvorschläge, die mir helfen, meinen bisher oberflächlichen Wissensstand zu verbessern. Ich habe folgendes verstanden:

1. Es ist sinnvoll eine modulierende Pumpe zu nehmen, die ihre Leistung an den Bedarf anpasst. Die aktuelle von meinem Bauträger ausgewählte WP ist ungeeignet, alternativ versuche ich mal, etwas mehr über Vissmann Vitocal 333 G und die allseits beliebte Niebe herauszufinden.
2. Einzelraumregelung macht in einem gut gedämmten Gebäude wenig Sinn, da die Heizung einerseits viel zu träge ist um zeitnah zu reagieren und andererseits "kälter" eingestellte Räume durch die schlechte Dämmung zwischen den Räumen (Innenwände KS) durch die Nachbarräume geheizt werden. Dadurch ist die Temperaturabsenkung schwer zu realisieren aber die Heizleistung der anderen Räume sinkt durch die unbeabsichtigten Wärmeströme von warmen zu kalten Räumen.
3. Ich brauche von den Baubehörden eine Ausnahmegenehmigung (über meinen Heizi), damit ich auf die Installation der ERR verzichten kann.
4. Die einzige Möglichkeit die Temperaturen in einem Raum (Schlafzimmer) zumindest etwas abzusenken, besteht darin die Lüftung zu nutzen (was auch wieder schwierig ist, ohne die anderen Räume auch zu kühlen) oder das Fenster aufzureissen (was irgendwie das Energiesparkonzept dieser Art von Gebäuden ad absurdum führt).
5. Das Wichtigste: der RGK lässt sich wohl so gestalten, dass selbst unter Annahme des ungünstigsten Bodens (trockender Sand) die erforderliche Heizleistung aufgebracht werden kann (vorausgesetzt, die ENEV Rechnung ergibt nicht einen deutlich höheren Wärmebedarf).
6. Der Vorteil eines RGK mit nur einer Leitung besteht in der einfacheren Installation und Hydraulik und damit Regelbarkeit?
7. Ich denke mal über einen beheizten Spiegel nach (gefällt mir gut, weil die Strahlungswärme sofort wirkt). Der Handtuch-Heizkörper, den ich da bisher habe, soll auch schon ausschließlich per elektrischer Einschubpatrone (und nicht mit Heizwasser) betrieben werden.

Maik, auf dein Angebot dich mal zu besuchen (falls es dir passt), komme ich sehr gern zurück und ich hab da auch schon eine Reihe von Punkten, die ich gern aus erster Hand erfahren möchte, wie
- Befreiung von ERR erfolgreich?
- Beschaffung Materialien, Erfahrungen Verlegung
- Raumklima
- Schlaftemperaturen
- "Kalter Garten"? Einschränkung Pflanzenwachstum?

Beste Grüße und bis bald
Thorsten

Verfasser:
winni 2
Zeit: 05.05.2019 23:00:21
3
2780471
Hallo Thorsten,

setzen, Eins!
:-)

Grüsse

winni

Verfasser:
SMiak
Zeit: 06.05.2019 08:59:00
0
2780581
Hallo Thorsten,

zu. 6: hier kann Zeit und eine Menge Geld gespart werden, ohne dass dies spürbar die Effizienz (Jahresarbeitszahl) beeinflusst.

Was noch sehr wichtig ist, ist die Planung der FBH - und ggf. Wandheizung (im Bad). Da trennt sich die Spreu vom Weizen ;-)

Du kannst gerne bei Gelegenheit bei mir vorbeikommen.

VG Maik

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 06.05.2019 19:22:50
0
2780798
Danke für die Einladung! Zum Thema FBH werde ich mich mal hier im Forum belesen.
Mein Bauträger hat grundsätzlich nichts gegen den RGK aber er will mich erst mit dem Bagger auf das Grundstück lassen, wenn der Rohbau steht. So habe er nicht das Risiko, meine Leitung mit seinen Baumaschinen zu beschädigen. Ich hätte natürlich lieber zuerst den RGK gemacht, bin aber auf sein Einverständnis zum Betreten / Bearbeiten des Grundstücks angewiesen. Im Bereich vor dem Haus ist es sehr eng, nur etwa 1m zwischen Haus und Fußweg. Dort wäre es kompliziert für mich, den geraden Kollektor in 1,7m Tiefe zu verlegen. Er ist immerhin damit einverstanden, dieses Stück gleich mit bei der Baugrube des Hauses auszuheben. Könnte ich dort die geraden Rohre verlegen und diese später mit dem Rest des RGKs verbinden oder muss der gesamte RGK in einem Stück verlegt und ans Haus angeschlossen werden? Es hat zumindest den Vorteil dass in diesem Bereich auch die ganze Medienerschließung liegt und ich dann nicht so sehr das Risiko habe diese Leitungen bei meinen Aktivitäten zu beschädigen.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 06.05.2019 19:42:17
1
2780806
Das ist blöd, weil so wird der Kollektorbau viel komplizierter, weil der
Kollektor wegen der Aushubmengen in Etappen gebaut werden müßte...

Ich habe da noch diesen Entwurf, bei dem die Slinkys weit weg
von Gebäuden liegen und womit man die geraden Stücke
zunächst an den Enden der Slinky-Stücke C. und F. aufgewickelt
vergraben könnte und nach dem Bau zur Not auch die Restarbeiten
mit der Schaufel erledigen könnte.
Vielleicht würde er sich darauf einlassen, weil so keine Gefahr
besteht, das er Rohr verletzt?
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=Dzz6Ce9BdRhAurYSPGjH

Grüsse

winni

Verfasser:
SMiak
Zeit: 06.05.2019 20:06:04
1
2780816
Wer macht bei euch denn den Tiefbau? Bekommst du das raus?

Gerade den Bauträger sollte man eigentlich von dem Konzept überzeugen können...

Vg Maik

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 07.05.2019 06:07:00
0
2780894
Ok, Danke für die schnelle Rückmeldung! Werde mal den Bauträger fragen, ob er da mitgeht.
Die Endstücke werden vergraben zwischengelagert, damit sie keiner stiehlt?
Wäre es auch eine Option, zuerst am Haus anzuschließen, nachdem der Bauträger dort den Graben ausgehoben hat und den Kollektor in ausreichendem Abstand als Loop im Garten zu lagern?
Was mir auch Sorgen macht: wenn die Kollektorleitung noch nicht fertig ist, wie bekomme ich dann meinen FBH-Estrich trocken? Da brauche ich ja eine mobile Wärmequelle, die auch wieder extra kostet.
Maik, kannst du mir einen Heizungsbauer empfehlen, der die ERR-Befreiung mitmacht und auch bei der FBH auf Augenhöhe mit mir diskutiert?

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 07.05.2019 06:28:51
0
2780896
PS: Wie groß ist eigentlich die Gefahr der Beschädigung des Kollektors, wenn der in 1,7m Tiefe liegt? Kann man da mit dem Bagger drüber fahren oder ein Gerüst draufstellen? Wird das aufgefüllte Material nach dem Verlegen des Kollektors verdichtet? Falls nicht, muss ich ja wohl mit reichlich Setzungen rechnen, die das Aufstellen eines Gerüstes am Haus verhindern?

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 07.05.2019 09:00:50
1
2780935
Okay ich habe gerade mit meinem Bauträger telefoniert und die Lage hat sich insofern entspannt, dass er mir jetzt freie Hand gibt mit dem (Tief)Bauunternehmer selbst zu verhandeln und einen Weg zu finden, bei dem der Ringgrabenkollektor vor oder zusammen mit dem Rohbau errichtet werden kann.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 07.05.2019 12:07:38
1
2781002
Ja, vergraben gegen Diebstahl und weil so m.M. die wenigste
Beschädigungsgefahr besteht.
Über den Rohrbündeln Palletten mit eingraben.

Der Graben wird lagenweise verdichtet. Das kann auch mit der
Baggerschaufel beim Verfüllen geschehen, wenn der Fahrer
fit ist.

Wenn das Rohr in 1,7 Meter verfüllt liegt, kann da alles mögliche
darüber veranstaltet werden. :-)

Grüsse

winni

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 13.05.2019 11:42:29
0
2784098
Danke nochmal für eure Rückmeldungen. Ein einzelner, 300m langer 40-er Kollektor gefällt mir gut. Wenn ich das richtig verstehe, wird der nur noch ins Haus eingeführt und an die Wärmepumpe angeschlossen. Es wären also im Außenbereich keinerlei Verbindungen herzustellen oder Verteiler / Armaturen einzubauen, nur die blanke Kollektorleitung würde da liegen, korrekt?

Ich habe auch gerade mit meiner zuständigen Bearbeiterin in der Unteren Wasserbehörde gesprochen. Obwohl ihr der RGK bekannt war, war sie etwas verunsichert davon, dass ich den in Eigenleistung verlegen will. Kollektoren würden sonst in der Regel von DVGW-zugelassene Unternehmen verlegt. Ich müsste auch eine Versicherung abschliessen. Sie meinte es könne sein, dass das Vorhaben genehmigungsfrei sei , da ich nur 1,7m tief gehe und das Grundwasser erst bei 7m anliegt. Andererseits könne sie wohl im Rahmen ihres Ermessensspielraums immer eine mittelbare Beeinträchtigung des Grundwassers festlegen. Auf jeden Fall muss ich das Vorhaben anzeigen und formlos beschreiben inkl. Sicherheitsdatenblatt des verwendeten Kältemittels. Maikl, wie sind denn deine Erfahrungen mit der UWB?

Ich liebäugle ja damit, den 300m, 40-er Kollektor bei Santherr zu kaufen. Die bieten den Forstschutz auf Ethanolbasis an, den ich da natürlich am besten gleich gebrauchsfertig mit ordern würde. Habt ihr Erfahrungen, ob das unproblematisch / geeignet ist in Bezug auf die Zustimmung der UWB?

Verfasser:
crink
Zeit: 13.05.2019 14:25:34
2
2784159
Hi,

nur die blanke Kollektorleitung ohne irgendwelche Verbindungen oder Schweißungen außerhalb des Hauses, richtig.

Versicherung ist quatsch bei Verlegung in Eigenleistung. Du verlegst das Rohr natürlich vorsichtig, schmeißt keine schweren Steine drauf oder knickst das Rohr. Dann machst Du einen Drucktest vor Befüllung mit Sole. Deshalb besteht keine weitere Gefahr. Besprich das bitte mit Deiner Bearbeiterin, dann wird sie hoffentlich einsehen, dass eine Versicherung zwar für ein Bohrunternehmen wichtig ist, nicht aber für Deinen Kollektor. Leider wird in den Ämtern gerne Bohrung und Flächenkollektor verwechselt.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 13.05.2019 21:30:15
1
2784278
Halo crink, Danke für die Antwort!
Ich habe mal das Schreiben an die UWB entworfen und wäre für Verbesserungsvorschläge dankbar:

Entwurf Schreiben an UWB

Sehr geehrte Frau …

Wie telefonisch vereinbart finden Sie bitte nachfolgend eine Beschreibung des Vorhabens:

Unser zukünftiges Haus soll mit Hilfe einer Sole-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden. Die dafür erforderliche Wärme wollen wir mittels eines Erdkollektors aus unserem Gartens gewinnen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Bohrung. Vielmehr soll ein Ringgrabenkollektor errichtet werden (siehe beispielhaftes Foto eines anderen Projektes).

Dieser Graben soll in einer Breite zwischen zwei und drei Metern einmal am Rand des Grundstücks um das Haus verlaufen. Den geplanten Verlauf können Sie bitte dem beigefügten Plan entnehmen. Die Lage des Grundstücks ist aus dem beigefügten Bebauungsplan ersichtlich.

Der Ringgraben wird an keiner Stelle eine Tiefe von 1,70m unterscheiten. Aus dem beigefügten geotechnischen Gutachten ist anhand der Bohrungen RKB 14, 15 und 16 ersichtlich, dass das Grundwasser in diesem Bereich zwischen 3,90m und 4,80m Tiefe anliegt.

Es ist geplant, in dem Ringgraben ein einziges, geschlossenes Rohr mit einer Länge von 300m zu verlegen. Beide Enden des Rohres befinden sich dabei im Inneren des Hauses. An keiner Stelle des Grabens wird es eine Verteilung, Verzeigung oder sonstige Öffnung oder Verbindung des Rohres geben. Es liegt also ausschließlich das ununterbrochene, geschlossene Rohr in der Erde.

Als Material soll PE-100-RC Rohr zum Einsatz kommen, das sich als leistungsstarkes und wirtschaftliches Material für die Trinkwasser- und Gasversorgung sowie für die Abwasserdruckentsorgung bewährt hat. Bei einer Nennweite von 40 mm und einer Wandstärke von 3,7 mm ist dieses Rohr in der Qualität RC - "resistant to crack" besonders verstärkt und widerstandsfähig gegenüber Knicken und Zusammenquetschen und daher auch vom DVGW für den Einsatz als Gas- oder Wasserrohr zugelassen.

Die Verlegung erfolgt mit Hilfe eines erfahrenen, professionellen Baggerfahrers unserer Baufirma. Ein sicheres Arbeiten ohne Knicken des Rohres oder eine Beschädigung durch schwere Steine wird sichergestellt. Durch die Verlegung in bis zu 1,7m Tiefe besteht nach sachgerechter Rückverfüllung und Verdichtung des Bodens keine Gefahr der Beschädigung der Rohre von Außen mehr. Der geschlossene Graben kann dann gefahrlos selbst mit schweren Baumaschinen befahren werden (was nicht geplant ist).

Der Kollektor wird erst nach erfolgreichem Abschluss einer Dichtheits-Druckprobe durch den Heizungstechniker mit dem Wasser-Frostschutz-Gemisch befüllt. Hierfür ist das Produkt “BE” auf Ethanol Basis der Firma Santherr vorgesehen (Produkt- und Sicherheitsdatenblatt im Anhang).

Die Planung des Vorhabens geschieht in Abstimmung mit der Fachfirma Santherr Geothermietechnik, die bei mehreren Unteren Wasserbehörden aufgrund zahlreicher erfolgreich abgeschlossener Ringgrabenkollektor-Projekte einschlägig bekannt ist und Ihnen für Rückfragen jederzeit gern zur Verfügung steht (Steinbeisstr. 3, 88353 Kisslegg, Tel.: +49 (0) 7563 - 91 56 95 - 4, www.santherr-geothermietechnik.com).


Für Rückfragen stehe ich hnen jederzeit gern zur Verfügung und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Verfasser:
crink
Zeit: 13.05.2019 22:41:42
1
2784298
Hi,

klingt gut, ich würde nur noch das Stichwort Flächenkollektor nennen: Der Ringgrabenkollektor ist eine Spezialform davon. Dann kannst Du noch die Installation eines Druckwächters im Solekreis anbieten, falls das obige zur Beruhigung noch nicht ausreicht.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 13.05.2019 22:45:43
1
2784301
PS: Ich würde noch ergänzen:
Ich selbst bin seit mehr als zwanzig Jahren als Planungs- und Inbetriebnahme-Ingenieur im Pharmazie-, Chemie- und Umweltanlagenbau tätig (entsprechende Bescheinigung meines Arbeitgebers kann ich gern nachreichen) und habe direkten Zugang zu mehreren Kollegen mit einer DVGW-Zertifizierung. Sie können sich daher auf eine sachgerechte und verantwortungsvolle Planung meinerseits verlassen.

Verfasser:
SMiak
Zeit: 14.05.2019 08:52:06
1
2784366
Hallo Thorsten,

bei mir gab es keinerlei Probleme mit der UWB. Es war aber auch die UWB in Dresden zuständig.

Ich habe damals auch von einem "Flachkollektor bzw. Ringgrabenkollektor" geschrieben, damit sie es einordnen können...

Mir wurde daraufhin mitgeteilt, dass mein Vorhaben keiner Entscheidung der UWB bedarf!

Viele Grüße
Maik

Verfasser:
ThorRGK
Zeit: 15.05.2019 18:29:49
0
2784965
Danke für eure Antworten!
Liegen denn Erfahrungen vor, ob die Solepumpen genug Druck für den Ringgraben bringen? Ich würde die Variante mit 300 m PE-100-RC von Santherr mit DA 40 mm (DI 32,6 mm) favorisieren.
Für den Primärkreis (Sole) der Vitocal 333-G ist in der 8 kW Stufe (331.B08) ein Mindestvolumenstrom von 1160 l/h und ein maximaler externer Druckverlust bei Mindestvolumenstrom von 620 mbar angegeben.
Natürlich bräuchte man für eine Druckverlustrechnung noch die Stoffdaten des Wasser-Ethanol-Gemischs, aber ich vermute die Rechnung wurde hier schon ein paar mal gemacht bzw. es liegen schon gemessene Werte aus realisiertenProjekten vor, oder?

Danke winni! Während ich noch die Frage überarbeite, steht schon die Antwort da ...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 15.05.2019 18:33:47
1
2784967
Brauchst Du nicht rechnen.
Die Rohrempfehlungen sind so gewählt, das der Druckverlust für
die verbauten Solepumpen einer Leistungsklasse auf jeden Fall
niedrig genug ist.

Grüsse

winni

Verfasser:
crink
Zeit: 15.05.2019 22:32:32
1
2785068
Hi Thor,

die von Dir genannte WP passt nicht zur Heizlast, die ist zu groß und nicht modulierend. Außerdem müsstest Du für diese WP 3 x 300 m 32er Rohr nehmen, sonst ist der Druckverlust in der Tat zu hoch. Nimm stattdessen das kleinere modulierende Nachfolgermodell oder zur Not die kleinere Größe. Der modulierenden reichen die 300 m 40er Rohr, nicht modulierend brauchst Du 400 m oder 2 x 300 m 32er Rohr. Druckverlust in allen Varianten bei maximal 350 mbar wie von der VDI 4640 gefordert.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
dyarne
Zeit: 16.05.2019 00:11:39
0
2785088
hallo Thor,

ergänzend zu den anmerkungen von winnie und crink...

im RGK-webshop gibt es das 40-er seit kurzem erstmals auch groß gewickelt - optimiert auf baggerschaufelbreite.

das ist gerade beim sehr bockigen 40-er ein enormer vorteil...

das rohr federt sehr stark und läßt sich daher nur schwer in eine andere form bringen. ziel war darum es gleich in der später benötigten form zu fertigen.

der zweite große vorteil ist daß der bund nach öffnen nicht auseinanderfällt, weil jede lage einzeln abgebunden ist. in diese produktentwicklungen ist die erfahrung aus vielen hunderten umgesetzten RGK eingefloßen ...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 16.05.2019 10:44:01
0
2785181
Hallo crink,

ich glaube das ist die neue Viessmann, die von 1,7 - 8,6 kW modulieren
kann?
https://www.viessmann.de/de/wohngebaeude/waermepumpe/sole-wasser-waermepumpen/vitocal-333-g.html

Da müssten 2 mal 300 Meter 32er Rohr okay sein, bei der Heizlast.

Grüsse

winni

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Bitte um Hilfe für RGK Neubau EFH Coswig
Verfasser:
winni 2
Zeit: 16.05.2019 10:44:01
0
2785181
Hallo crink,

ich glaube das ist die neue Viessmann, die von 1,7 - 8,6 kW modulieren
kann?
https://www.viessmann.de/de/wohngebaeude/waermepumpe/sole-wasser-waermepumpen/vitocal-333-g.html

Da müssten 2 mal 300 Meter 32er Rohr okay sein, bei der Heizlast.

Grüsse

winni
Weiter zur
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