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CONSOLAR SOLAERA
Verfasser:
Scheunenfund
Zeit: 01.06.2019 20:48:17
0
2791011
Leider findet man relativ wenig bis gar nichts zu dieser Anlage.

Gibt es denn mittlerweile Erfahrungen mit den Hybrid Kollektoren bzw der Solaera Anlage ?

Finde das Prinzip irgendwie stimmig.

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 02.06.2019 08:30:39
3
2791071
Ich hatte mich selbst vor einigen Jahren auch für das Solaerasystem interessiert, diverse Recherchen unternommen und mir ein Angebot unterbreiten lassen.

Mittlerweile bin ich persönlich davon überzeugt, dass in sehr vielen Fällen sämtliche Solarthermieanlagenkonzepte real nicht wirklich sinnvoll sind, sondern es wesentlich logischer ist, dass vor Ort per Photovoltaik elektrische Energie generiert wird, mit der die meisten Dinge des Alltags laufen und zudem im Idealfall auch strombetriebenes Wärmepumpen bedarfsgerecht funzt.

Bei uns ist u.a. wegen dem Zwang, dass wir die vom regionalen Wärmeversorger gelieferte thermische Energie nutzen müssen, das Solaeraprojekt aus Kostengründen im Papierkorb geendet.

Alternativ haben wir uns einen preiswerten und effizienten modulierenden Luft-Wasser-Wärmepumpenmonoblock angeschafft, der einen Teil unserer benötigten thermischen Energie in das Hausheizkreiswasser einbringt. Mit dieser Maschine, die ausschließlich den Verdichter des Kältemittelkreises zum generieren von thermischer Energie nutzt, ist die von uns benötigte Wärme in etwa halb so teuer wie die aus dem regionalen Netz bezogene thermische Energie. Für das Gerät hatten wir in 10/2014 inklusive dem gesamten Installationsbedarf knapp 3.700 Euro investiert.
Dadurch, dass diese Wärmepumpe während der gesamten Heizperiode genutzt wird und die regional gelieferte Wärme dem Hausheizkreiswasser nur bedarfsgerecht bivalent parallel zugeführt wird, haben wir seit Inbetriebnahme der Maschine pro Jahr insgesamt bis zu 1000 Euro weniger Heizkosten.

Jenachdem wie die jeweiligen Möglichkeiten sind, ist meiner Meinung nach die Installation einer Sole-Wasser-Erdwärmepumpenanlage der Königsweg.
Wenn zudem auch noch die Erschließung einer preiswerten Erdwärmequelle in Form eines Ringgrabenkollektors funzt und eine optimal dimensionierte vollmodulierende Maschine zum Einsatz kommt, die im Großteil der Heizperioden mit von der eigenen PV-Eigenverbrauchsanlage generiertem Strom betrieben werden kann, ist das wohl um einiges preiswerter als das System Solaera von Consolar.

Mehr zum Ringgrabenkollektor findest übrigens hier im Forum in den vielen Diskussionen zum Thema und beispielsweise auf folgend verlinkter Seite:

https://www.ringgrabenkollektor.com/ringgrabenkollektor/

Verfasser:
kathrin
Zeit: 02.06.2019 19:54:24
0
2791258
@Scheunenfund

Einen Besitzer einer Solaera findest du im Forum unter Nick "schlauer", technische Angaben siehe sein Profil.

Threads dazu z.B.
https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/131531/SOLAERA-DIE-SOLARHEIZUNG-FUeR-IHR-HAUS-Was-davon-zu-halten-

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/152027/eisheizung-kosten-bei-40-50k-kwh

Er resp. seine Anlage wurde leider durch Vertreter der Grabenkollektor-Gemeinde völlig ungerechtfertig (mit falschen Annahmen usw.) kritisiert, bis er sich aus dem Forum verabschiedete. Er ist noch registriert, ggf. per Forums-Mail direkt anfragen, er müsste mittlerweile fast 10 Jahre Erfahrung mit dem System haben.

Hier noch der Link zu einer Technologiestudie mit Eisspeicher-Systemen, darunter auch Solaera: https://www.bfe.admin.ch/bfe/de/home/versorgung/energieeffizienz/umgebungswaerme/_jcr_content/par/tabs/items/tab/tabpar/externalcontent.external.exturl.pdf/aHR0cHM6Ly9wdWJkYi5iZmUuYWRtaW4uY2gvZGUvcHVibGljYX/Rpb24vZG93bmxvYWQvNzU4OS5wZGY=.pdf

Schönen Abend + Gruss

Kathrin

Verfasser:
Scheunenfund
Zeit: 23.06.2019 14:12:50
0
2796980
Ich bin mit meiner Recherche leider immer noch nicht weiter gekommen.

Von Consolar wurde ich auch nur an die Vertriebler verwiesen ... anscheinend will dort niemand Geld verdienen.

Könnte man das System nicht einfach nachbauen ?

Ich hätte die möglichkeit, extrem günstig an 20qm ST Kollektoren zu kommen.

Was wäre, wenn ich meine Sole WP sowohl mit einem Ringgraben im Winter versorge als auch das Wasser in der Übergangszeit und bei Sonnenstrahlung ( bzw Temp ST > Temp RGK ) durch die Solarkollektoren schicke ?

Verfasser:
winni 2
Zeit: 23.06.2019 16:12:31
3
2797008
Ich sehe da in den Zeiten der Wärmepumpe und PV-Anlagen
für viele Häuser keinen Sinn darin.

Mit der belegten Fläche einer thermischen Solaranlage holt
man mit der gleichen Fläche PV und dem Hebel Wärmepumpe,
etwa genau so viel Wärme vom Himmel, aber wenn der Wärme-
bedarf schon gedeckt ist, lässt sich mit dem Strom der PV
immer noch was anfangen, während die noch möglichen
Erträge der thermischen Solaranlage nicht mehr sinnvoll
verwertbar sind.

Grüsse

winni

Verfasser:
Eierkopf
Zeit: 23.06.2019 23:43:39
2
2797103
Was genau möchtest du denn Wissen zu der Solera-Anlage. Ich war mal kurz davor die Anlage zu verbauen und hab dann zum Glück genug Zeit in diesem Forum verbracht um zu lernen das effizientes Heizen kein Vermögen kosten muss.

Das Anlagenkonzept ist schon gut und clever. Die Solera-Module kann man so einfach nicht nachbauen, da steckt schon mehr als nur ein Sonnenkollektor drin, zumindest wenn man damit 365Tage heizen möchte. Der eigentliche Knackpunkt liegt hier im Preis/Leistungsverhältnis. Die Anlage ist eigentlich nur etwas für Häuser mit sehr niedrigen Energiebedarf und dafür ist es schlicht zu teuer. In einem Modernen Haus wird kaum noch Heizenergie benötigt und diese wenige Energie kann man sich deutlich günstiger kaufen.

Ich habe einen "Altbau" von 1974 zu einem KFW55 Haus saniert. Ich hätte über sämtliche Förderprogramme kanpp 18.000 EURO Förderung für die Solera-Anlage bekommen. Aber die Anlage sollte inkl. kompletter Montage knapp 45.000 EURO kosten (und da waren schon Rabatte ausgehandelt).
Jetzt habe ich einen 5kW Panasonic Monoblock und die Förderung der BAFA war höher als die Gesamtkosten der kompletten Anlage inkl. Speicher, Leitungen und Zubehör.
Außerdem habe ich knapp 15kWp PV auf der Südseite. Das war die bisher sinnvollste Investition am gesamten Haus. Es ist das gleiche was meine Vorredner schon sagten aber ich denke PV+WP (Clever ausgelegt und abgestimmt) ist aktuell die sinnvollste Lösung.

Aufgrund meiner Hanglage und der Bodenbeschaffenheit ist bei mir der Grabenkollektor rausgefallen, sonst wäre das meine erste Wahl gewesen.

Wenn du noch weitere Details zu der Solera brauchst, kannst dich gern melden!

Verfasser:
Mechatroniker
Zeit: 04.12.2019 10:59:48
1
2867263
Wenn man wenig findet ist das meist ein gutes Zeichen, wenn alles läuft schreibt man weniger als bei Problemen ;)

Ich habe seit 2015 eine Consoloar Solaera mit Eisspeicher und die Anlage läuft super, bin ausgesprochen zufrieden. Ich habe die Variante mit Thermischen "Hybrid"-Kollektoren und mittlerweile eine PV-Anlage dazu, alle Komponenten habe ich hier mal zusammengestellt: https://www.photovoltaikforum.com/thread/123912-einmal-pizza-alles/
Photovoltaikforum

Interessant wäre der Vergleich mit den neuen Solink PV-Kollektoren, hat jemand eine Solaera mit diesen? Ich könnte mir vorstellen, dass die Anlage insgesamt noch wirtschaftlicher ist, da man keine PV-Fläche an die thermischen Kollektoren "verliert". Außerdem dürften die gekühlten PV-Module besonders in der Übergangszeit mehr Leistung bringen als normale PV-Module.
Andererseits gelten die üblichen Vorbehalte gegenüber Solarthermie-Modulen (oft zu niedrige Temperaturen) nicht für die thermischen Solaera-Module, da schon eine geringe Erwärmung über die Lufttemperatur der Anlage einen Vorteil gegenüber einer Luftwärmepumpe verschafft.

Der Eisspeicher "arbeitet" zuverlässig vor sich hin und bringt besonders in der Übergangszeit Effizienz und zykelt auch im Winter fleißig, wenn es aber mal einen Tag kalt und richtig dunkel ist dann schafft er es nicht aufzutauen und die Anlage muss dann wie eine klassische Luftwärmepumpe arbeiten. (Außer ich hab Zeit und heize über die Wassertasche im Kachelofen zu)

Mit dem Energieverbrauch bin ich sehr zufrieden, wir haben einen gut gedämmten aber verschachtelten (viel Außenoberfläche) Altbau mit knapp 180qm plus Keller und die Wärmepumpe benötigt ca. 3.000kWh pro Jahr. Meine Energiekosten der letzten 12 Monate sind ziemlich genau Null, ich hab für ca. 1.000€ Strom gekauft, 1.100€ verkauft und 100€ Grundgebühr. (OK, einen Ster Holz müsste ich noch dazurechnen)

Klar, meine Anlage war teuer, aber ich bin technikbegeistert und ein Fan von Effizienz, ich würde es wahrscheinlich wieder so bauen, nur die PV-Anlage muss noch größer werden, aber Solink gab es damals noch nicht.

Zusammengefasst: bin von der Consolar Solaera begeistert, Kontakt mit Consolar war immer Top, kann ich empfehlen.

Verfasser:
kathrin
Zeit: 04.12.2019 12:09:33
0
2867308
@Mechatroniker

Sehr interessant, Consolar Solaera in einem nachgedämmten Altbau.

Aus deinem verlinkten Thread kopiert: Consolar Solaera Wärmepumpe mit 8 Hybridmodulen, 320l Eisspeicher und 1000l Warmwasserspeicher.

Welche Fläche wird beheizt, und welchen Wärmebedarf hat das Haus? Sofern beim Einbau der Solaera keine Dämmmassnahmen am Haus erfolgten (?): Jahresverbrauch in kWh für Heizung und WW VOR Einbau der Solaera (sämtliche Energiequellen, inkl. Holz)? Kannst du den solaren Anteil beziffern oder abschätzen, hast du Wärmemengenzähler für die WP und den Input aus Solarthermie?
Hast du Heizkörper oder FBH oder beides? Wieviele Personen benötigen WW?

Zitat von Mechatroniker Beitrag anzeigen
Wenn man wenig findet ist das meist ein gutes Zeichen, wenn alles läuft schreibt man weniger als bei Problemen ;)
Stimmt in der Regel, Konsequenz ist, dass man weniger Erfahrungsberichte zu "guten" Systemen findet. Deshalb grossen Dank, dass du als zufriedener Benutzer "trotzdem" schreibst, weitere Infos nützen allen Interessierten!

Schönen Tag + Gruss

Kathrin

Verfasser:
albertas
Zeit: 13.02.2020 11:22:13
0
2913465
Hallo,

ich hab genau die gleiche Solaera-Anlage wie "Mechatroniker".
Neubau 180 m²
8 Kollektoren, 1000 l Pufferspeicher
PV-Anlage 10 kWp, allerdings ohne Geldvernichter namens Speicher!

Benötigte Gesamtwärmeenergie seit 06/2017: 7300 kWh.

Anlage läuft wie beschrieben tadellos. Von Ende März bis Ende Oktober reine solare Warmwasserbereitung. Wärmepumpe läuft in dieser Zeit vielleicht 5 mal.

Wer weitere Infos möchte gerne fragen...

Gruß,
Albertas

Verfasser:
bl550
Zeit: 13.02.2020 17:03:49
0
2913677
Hallo Albertas,

in welcher Region steht deine Anlage?
Ich bin gerade an der Planung unsere Ölheizung durch eine PVT-Anlage mit WP zu ersetzen.
Ich bin nur am Zweifeln, ob sich die Kosten für die Anschaffung lohnen.

Grüße

Sascha

Verfasser:
albertas
Zeit: 13.02.2020 17:20:18
0
2913683
Hallo Sascha,

Anlage steht im PLZ-Gebiet 72xxx auf der schwäbischen Alb.

Dass sich die Anschaffung im Sinne einer Amortisation lohnt, ist glaube ich utopisch.
Die Anlage von mir liegt komplett mit FBH und allem drum und dran bei knapp 50 k€ (ohne PV-Anlage).

Wahrscheinlich ist es wie bei einem Auto:
Am billigsten fährst du, wenn du die alte Ölheizung drin lässt bis nix mehr geht! Egal was dir unsere bescheuerten Politiker erzählen, die noch nicht mal Kilobyte von Kilowatt(stunden) unterscheiden können!

Gruß,
Albertas

Verfasser:
Mechatroniker
Zeit: 16.02.2020 23:40:51
0
2915530
@kathrin

Die Wohnfläche kommt auf gut 170qm plus Keller, der Endenergieverbrauch laut Energieausweis beträgt 17,3 kWh/m2*a. Haus ist mit 20cm Mineralschaum gut gedämmt, Dach hat dank Sparrenaufdopplung 40cm Zellulose/Isoflock und der Holzständeranbau mit 20cm Isoflock stekt auf einem Bett aus Glasschaumpellets (wegen FBH unter Massivholzdielen).

Vor Umbau hat die Ölheizung bei 120qm Wohnfläche sehr schwankend zwischen 2000-3500l geschluckt, bei ähnlicher Nutzung eines Kachelofens, hab leider keine detaillierten Aufzeichnungen.

Die Gesamtbilanz der Anlage seit Mitte 2015 bis heute (Feb.20) zählt
Betriebsstunden Solar: 8274 h
Betriebsstunden WP-gesamt: 5187 h
Betrieb E-Stab gesamt: 2 h
Betriebsstunden WP-Warmwasswer: 1000 h
Wärmeabgabe WP gesamt: 28242 kWh
Stromaufnahme E-Stab gesamt: 4,93 kWh
zusätzlicher Wärmemengenzähler Wassertasche Holzofen: 3889 kWh

Der interessanteste Wert fehlt leider. Heute hab ich seit Jahren mal wieder die Verkleidung der Solaera abgebaut um den Stromzähler der darin verbaut ist abzulesen nur um festzustellen dass der 20 kWh anzeigt... Frage an die Elektroinstallateure: kann es sein dass da zwei Phasen vertauscht sind und er deswegen nicht mitläuft?

Aber wir können mal Abschätzungen aus unserem Gesamtstromverbrauch treffen:
Gesamtstrombezug vom Netz von Juli 2015 bis heute: 23500 kWh
plus Eigenstrom Solaranlage von Mai 2018 bis heute: 5900 kWh
minus zu Hause laden vom E-Auto 2016 - heute: ca. 2000 kWh (Schätzung 500kWh/a)
minus Komfortstrom von Juli 2015 bis heute: ca. 16500 kWh (Schätzung aus 300 kWh/Monat, passt zu den vom Smartmeter geloggten Sommermonaten aus 2018 und 2019)

--> ergibt einen Gesamtstromverbrauch der Heizungsanlage (WP plus alle Pumpen/Lüfter/etc.) von ca. 10900 kWh

OK, jetzt bin ich überrascht, das passt erstaunlich gut zu den Betriebsstunden der WP (wenn die WP läuft sehe ich ca 1,7 bis 1,8 kW zusätzlich):
1,8kW*5187h=9336,6kWh

Zur Frage thermischer Solarertrag: kann ich nicht angeben, da ich keinen Durchflusssensor in der Soleleitung hab. Aber gegenüber einer klassischen Solarthermieanlage ist der Ertrag wesentlich höher, da die Anlage auch bei Temperaturen unter der FBH- oder WW-Temperatur läuft, so wie in diesem Moment gerade: Nacht, 11°C Außentemperatur, Modul-Lüfter und Solekreis laufen um den Eisspeicher (0,5°C) zu regenerieren.

Und die letzten beiden Fragen @kathrin: Wir haben im EG Fußbodenheizung und im OG Wand- (und auch en Stück Decken-)Heizung, vier Personen brauchen WW.

Und noch ein letztes Off-Topic: Leistungswerte Batteriespeicher 2019
gesamt-Laden: 2010,7 kWh
gesamt-Entladen: 1948,8 kWh

das sind 1948,8 kWh weniger Netzbezug, macht 535,92€ weniger Stromkosten bei 27,5ct/kWh.
dafür konnte ich 2010,7 kWh weniger einspeisen (Die 61,9 kWh Differenz sind die Lade-/Entladeverluste. Der Speicher hat damit eine Effizienz von 96,9%), macht 245,31 € weniger Einspeisevergütung
--> mein Speicher hat im Jahr 2019 290,61 € verdient (ohne steuerliche Betrachtung, da gehen je nach gewähltem Modell noch ein paar Euro hin- und her)

Ich würde wieder mit Batteriespeicher bauen, wenn das Geld gereicht hätte dann hätte ich sogar mehr Kapazität installiert und vor allem die NordWest-Dachfläche noch voll PV belegt. Mir ist dabei v.a. die Inselnetz-Fähigkeit wichtig, ohne Strom kann ich wegen der Wassertasche ja nicht mal meinen Kachelofen anschüren.

ToDo:
- WP-Stromzähler zum laufen bringen
- NordWest-Dachfläche mit PV belegen (man wird ja noch träumen dürfen)

Viele Grüße
Mechatroniker

Verfasser:
albertas
Zeit: 17.02.2020 08:58:22
0
2915621
Hallo Mechatroniker,

sehr interessante Angaben.

Zu deinem "Stromspricher" hätte ich noch eine Frage / Anmerkung:

Du sagst du hast eine Kapazität von ca. 10,5 kWh und würdest jetzt sogar mehr bauen.
Wenn ich mir dann aber deine Speicherdaten anschaue, dann hast du folgende Werte angegeben:
gesamt-Laden: 2010,7 kWh
gesamt-Entladen: 1948,8 kWh

Das bedeutet doch:
- ca. 190 Vollladezyklen pro Jahr
- Kostenersparnis pro Jahr: ca. 350 € (Annahme: 0,3 € Bezug abzügl. entgangener Einspeisevergütung von 0,12 € = 0,18 €). Macht in 10 Jahren also 3500 € und in 20 Jahren 7000 €. Linear gerechnet ohne Alterung und ohne die Wirkleistungsberenzung von 50 % mit Speicher usw...

Meine Fragen:
- Darf ich fragen was der Speicher gekostet hat und wie du das mit meiner obigen Rechnung abbildest? Bzw. wie hast du die Wirtschaftlichkeit betrachtet? Im Gesamtsystem?

- Warum würdest du größer bauen? In diesem Fall würdest du den Speicher doch noch "weniger gut" voll bekommen. Wie du siehst sind es ja jetzt schon "nur" 190 von 365 Tage - also ca. 52 % "Ausnutzung" (wenn man das so sagen kann). Diese Bilanz würde sich dadurch dann doch verschlechtern, das heißt der Speicher steht nutzlos rum und altert. Natürlich sind 365 Zyklen physikalisch unmöglich - allein schon aufgrund unserer geographischen Lage...

Bitte meine Anmerkungen nicht als persönliche Kritirk verstehen. Ich stand auch vor dieser Entscheidung und habe micht dann aufgrund der verheerenden Kosten-Nutzen-Bilanz dagegen entschieden!

Danke für deine Antworten!

Gruß,
Albertas

Verfasser:
bl550
Zeit: 17.02.2020 17:56:27
0
2915900
Hallo Albertas,

Danke für deine Antwort. Ich finde das Solink-System eigentlich gut. Aber est stellt sich für uns die Frage, ob das PVT-System an knackig kalten Tagen die benötigte Heizleistung bringt. Oder ob extern noch zugeheizt werden muss.

Grüße
Sascha

Verfasser:
kathrin
Zeit: 17.02.2020 23:52:49
0
2916084
@Mechatroniker

Vielen Dank für die interessanten Zahlen!

Grob überschlagen kommst du auf etwa 35000 kWh (Output) in 5 Jahren für Heizung und WW, also etwa 7000 kWh für gut 170 m2, also rund 40 kWh/m2a inkl. WW. Dein Altbau ist offenbar wirklich gut nachgedämmt, und hat zudem Flächenheizung. Einerseits sehr erfreulich, andrerseits ein kleiner Dämpfer bezüglich "Altbau"-Erwartungen - dein nachgedämmter Altbau hat Neubau-Qualität.

Bisher habe ich Erfahrungsberichte über Consolar Solaera nur für gut bis sehr gut gedämmte Gebäude gefunden; dein Haus fällt trotz "Altbau" auch darunter.

Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb ein sehr schönes Beispiel, das zeigt, was man auch in einem Altbau erreichen kann. Bitte weiter dokumentieren, gerne auch mit funktionierendem WP-Stromzähler ;-).

Schönen Abend + Gruss

Kathrin

Verfasser:
albertas
Zeit: 18.02.2020 09:34:20
0
2916215
Zitat von bl550 Beitrag anzeigen
Hallo Albertas,

Danke für deine Antwort. Ich finde das Solink-System eigentlich gut. Aber est stellt sich für uns die Frage, ob das PVT-System an knackig kalten Tagen die benötigte Heizleistung bringt. Oder ob extern noch zugeheizt werden muss.

Grüße
Sascha



Hallo Sascha,

das hängt natürlich von ganz vielen Faktoren ab. Oft sind kalte Tage klar und da hast du natürlich sehr gute Einstrahlung. Es kann natürlich auch mal 4 Wochen "dunkel" und saukalt sein. Dann friert dir halt der Eisspeicher komplett zu. Im absoluten Notfall springt der Heizstab an (ab einer Eistemperatur < -13 °C) und du hast eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (das ist bei mir seit 2017 genau 1x kurz passiert).
Das PVT-System ist ja bereits die neue Generation Kollektoren. Ich habe noch die "alten" Hybridkollektoren, die zusätzlich auch als reine Solarthermiekollektoren
funktionieren.
Im Normalfall wird mit Consolar zusammen eine Objektberechnung gemacht und die stellen dir dann dar, wie die Dimensionierung der Anlage aussehen muss.

Ich habe z.B. noch einen kleinen Holzscheitofen im Wohnzimmer - der sorgt dann für wohlige Temperaturen wenn man es mal in kurzer Zeit > 24 °C warm haben möchte. Funktionieren würde das auch problemlos ohne...

Gruß,
Albertas

Verfasser:
error0815
Zeit: 19.02.2020 23:31:32
0
2917460
Habe die Anlage 2009 in Betrieb genommen und bisher Null Störung.
Läuft extrem effizient. Wenn man das Haus als Wärmespeicher nutzt und die Steuerung so überlistet, dass die WP meist zwischen 13 und 17 Uhr bei Sonne läuft ist die Quelle im Eispeicher zwischen 12 und 21 Grad.
Schätze der COP ist dann sehr hoch.
Mein Vorlauf liegt bei 25-29 Grad.
Oft habe ich an sehr kalten Tagen kein Wärmepumpenbetrieb, da der Puffer direkt vom Kollektor befüllt wird.
Zu kämpfen hat die Anlage nur bei mehreren tagen ohne Sonne.
Kälte spielt kaum eine Rolle.

Verfasser:
Mechatroniker
Zeit: 07.03.2020 23:54:09
0
2927044
Hallo @albertas,

ist schon OK und sehr richtig, wirtschaftlich im Sinne einer Amortisation ist der Speicher alleine sehr wahrscheinlich nicht, mein "Ertrag" lag 2019 sogar nur bei 290€. Alerdings ist meine Anlage mit 70%weich begrenzt, die 50% gab es nur bei einer bestimmten Förderung als Auflage wenn ich nicht irre.

Ich denke gute 300 Vollzyklen wären für mich möglich, wenn mein Speicher ca. 4,2kWh groß wäre, das entspricht meinem minimalen Nacht-Stromverbrauch (hab eine große Gefriertruhe im Keller). 365 schafft man nicht, da es im Winter immer Tage gibt an denen nix im Speicher landet wenn mann eine hungrige Wärmepumpe füttern muss (außer vielleicht mit >50kWp Solar oder so)
Ich will aber das Gesamtsystem und nicht den Speicher optimieren und sehe hier in den Monaten Feb.-Mai und Okt.+Nov. viele Tage an denen mein Speicher Mittags schon voll ist, bis Abends wartet und nach der halben Nacht von der Wärmepumpe schon wieder leergesaugt ist. Hier könnte ich noch mehr Eigenverbrauch schaffen. Meine Ladeleistung ist aktuell mit 3kW begrenzt, damit könnte ich geschätzt nochmal 5kWh mehr Speicher versorgen, mehr geht nicht egal wie viel Solar ich hätte. (15kWh Batterie geteilt durch 3kW Ladeleistung macht 5h Sonne mit mindestens 3kW Überschuss)

--> Bei großen Speichern immer auch auf die Ladeleistug achten, aber auch: je geringer der Batteriestrom im Verhältnis zur Batteriekapazität (die sog. "C-Rate"), desto höher die Lebensdauer --> große Batterien leben bei identischen Betriebsbedingungen länger als kleine. Allgemein so langsam laden wie möglich, so schnell wie nötig, aber nicht verrückt machen, einzelne Schnellladevorgänge sind vernachlässigbar besonders bei dynamischem Betrieb. (Es gibt kaum allgemeingültige Weisheiten bei Batterieen, hatte hier schonmal versucht was kurz zusammenzufassen: Balancing )

Die Alterung macht mir tatsächlich keine sorgen, ich hab beruflich damit zu tun und es ist immer wieder überraschend wie langzeitstabil die Akkus sind, es gibt halt noch keine realen 20-Jahres-Erfahrungen mit den neuen Zellchemien, nur Hochrechnungen auf Basis von Tests mit beschleunigten Alterungsverfahren. Stell Dir dazu einfach ein Hünerei vor, einmal 5min. bei 100°C im Wassertopf und einmal 21 Tage bei 38°C unterm Federkleid, finde ich sehr eingängig :-D

Den Speicherpreis kann ich Dir nicht einzeln nennen, das E3DC System gibt es nur komplett mit Wechselrichter. Das war der Hauptgrund für das System, als Leistungselektroniker beeindruckt mich die elegante und sehr energieeffiziente Lösung mit dem gemeinsamen Zwischenkreis für Solar, Batterie und Netz (TriLink nennt E3DC das). Zusammen mit den Solaredge Einzelmoduloptimierern und SolarWatt Modulen aus Dresden ist die Anlage sicher überdurchschnittlich teuer, aber mir Wert, genau wie unsere Consolar Solaeras. ;)
Zitat von albertas Beitrag anzeigen

Dass sich die Anschaffung im Sinne einer Amortisation lohnt, ist glaube ich utopisch.



Hier noch was On-Topic: @bl550
Albertas und error0815 haben es gut beschrieben, mache ich genauso, mit Holz zuheizen bei Bedarf, aber echter Bedarf ist selten. Mir ist vor Weihnachten das Holz ausgegangen und hab immer noch keines zu organisieren geschafft, hab einfach den Heizstab aktiviert (war die letzten 5 Jahre in der Steuerung manuell deaktiviert), der lief jetzt seit Weichnachten 2h.


Viele Grüße
Mechatroniker

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