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OldBo
30.01.2019
Trinkwasserleitungen sollten heutzutage immer als Reihen- oder Ringleitungssystem verlegt werden.
Einzelzuleitungen
 Einzelzuleitungen
Quelle: Geberit Vertriebs GmbH
Reihenleitung
 Reihenleitung
Quelle: Geberit Vertriebs GmbH
Ringleitung
 Ringleitung
Quelle: Geberit Vertriebs GmbH
Kombination-System
 Kombination-System
Quelle: Geberit Vertriebs GmbH
T-Stück-Installation
 T-Stück-Installation
Quelle: Geberit Vertriebs GmbH
Wichtige Gesichtspunkte für die Auswahl des richtigen Leitungssystems sind:
• Trinkwasserhygiene – Stagnation ist auszuschließen nach DIN 1988-2
• Anzahl und Position der Sanitärobjekte
• Bauart der Installationswände – Nass- oder Trockenbau
• Anordnung der Steigleitungen
• Schlitzausführung – gefräst oder gemauert
• Verlegungsart – auf dem Rohboden oder in Hohlräumen
• Benutzungsart – häufig oder selten benutzte Entnahmearmaturen

Bei den Einzelzuleitungen wird jede Entnahmestell separat angeschlossen. Es besteht aber ein Hygienerisiko durch stagnierendes Wasser in den Einzelleitungen.
  • Kleine Rohrdimensionen, da die Druckverluste auf der Etage minimiert werden. So wird auch bei geringem Versorgungsdruck ein hoher Komfort an den Armaturen geboten.
  •  Geringer Aufwand bei der Planung und Berechnung, da nur eine Rohrgröße verwendet wird.

In der Reihenleitung müssen die Entnahmestellen mit einem Doppelanschluss versehen werden. Das Rohr wird von einer Entnahmestelle unmittelbar zur nächsten weitergeführt. Der am häufigsten benutzte Verbraucher (z. B. WC) sollte am Reihenende liegen. Dadurch wird eine Stagnation des Wassers ausgeschlossen.
  • Immer hygienisch einwandfreies Wasser
  • Geringer Rohrverbrauch
  • Schnelle Montage
  • Einfache Leitungsführung

Wie in der Reihenleitung müssen bei der Ringleitung die Entnahmestellen mit einem Doppelanschluss versehen werden und das Rohr wird von einer Entnahmestelle unmittelbar zur nächsten weitergeführt, nur wird die Leitung von der letzten Entnahmearmatur zurück zum Verteiler geführt. Auch bei dieser Leitungsführung wird eine Stagnation des Wasser in größeren Anlagen fast immer ausgeschlossen.
  • Optimaler Wasseraustausch (hygienisch einwandfreies Wasser) sowie gleichmäßige Druck- und Wärmeverteilung
  •  Geringerer Druckverlust gegenüber der Reiheninstallation und dadurch ist der Anschluss von deutlich mehr Sanitärobjekten möglich


Natürlich können in kleineren Installationen die verschiedenen Systeme auch kombiniert werden.

WC – Einzelzuleitung / Doppelwaschtisch – Reihenleitung / Küche – Ringleitung

Durch die Verwendung von T-Stücken entstehen Einzelzuleitungen. Diese Installation sollte nur bei Zuleitungen zu häufig und regelmäßig genutzten Entnahmestellen verwendet werden. Wobei man unter "häufig" täglich verstehen sollte. In Estrichkonstruktionen sollten wegen der Aufbauhöhe und des Wärmeaustausches keine T-Stücke eingebaut werden.

Immer wieder kommt es in Trinkwasseranlagen mit Kupferrohrinstallationen, die jahrzehntelang problemlos funktionierten, zu erheblichen Korrosionsschäden an den Rohrleitungen und dadurch zu Wasserschäden. Der Grund liegt in der Änderung der Wasserqualität, die in einem Wassereinzugsgebiet geliefert wird. Nach der DIN 50930 Teil 6 dürfen keine Kupferrohre installiert werden, wenn der pH – Wert unter 7,0 und bei einem pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 darf der TOC-Wert 1,5 mg/l nicht überschreiten. In Bestandsanlagen wird in solchen Fällen eine Totalsanierung empfohlen, wenn die Wasserqualität durch Mischung mit anderen Wässern nicht verbessert werden kann.

Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Änderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.

Rohrwerkstoffe
Die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) schreibt vor, dass in einer Trinkwasseranlage nur Bauteile und Komponenten verwendet werden, die entsprechend den anerkannten Regeln der Technik beschaffen sind. Das Zeichen einer anerkannten Prüfstelle (z. B. DIN-DVGW, DVGW- oder GS-Zeichen) gewährleistet, dass diese Voraussetzung erfüllt ist. Darüber hinaus schreibt die Verordnung verbindlich vor, dass Arbeiten an der Hausinstallation nur durch eingetragene Installationsbetriebe vorgenommen werden dürfen.

In der Planungsphase muss unter anderem die Qualität des Trinkwassers berücksichtigt werden. Hier sind die DIN 1988, DIN 50930-6, DIN EN 12502 und VDI-Richtlinie 6023 zu beachten.

Jeder Rohrwerkstoff hat Einsatzgrenzen, die zwar in aller Regel nicht im bestimmungsgemäßen Betrieb, aber durchaus bei besonderen Maßnahmen wie Stoßdesinfektionen erreicht werden können. In Zweifelsfällen ist immer der Komponentenhersteller zu kontaktieren.

Diese Rohrwerkstoffe bzw. Systeme mit DVGW-Zeichen dürfen ohne wasserseitige Einschränkungen eingesetzt werden.
Kupferrohre und -pressverbinder dürfen nicht installiert werden, wenn der
  • pH – Wert unter 7,0
  • pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 darf der TOC-Wert 1,5 mg/l
Feuerverzinkte Stahl- bzw. Eisenwerkstoffe dürfen nach DIN 50930-6 und DIN EN 12502 nur im Kaltwasserbereich eingesetzt werden, wenn
  •  die Basenkapazität KB 8,2 0,5 mol/m3 und gleichzeitig
  • die Säurekapazität KS 4,3 1,0 mol/m3 beträgt.

Bleirohre in Altanlagen müssen spätestens bis 2013 auf Grund der verschärften Grenzwerte für Blei gemäß der TrinkwV saniert werden. Was normalerweise ein Austausch des gesamten Rohrnetzes bedeutet.

Die Verwendung verschiedener Werkstoffe in der Trinkwasserinstallation kann den Regeln der Technik (DIN 1988-7) entsprechen. Z. B. können  Rohre aus Kupfer, innenverzinntem Kupfer, nichtrostendem Stahl und PE-X miteinander kombiniert werden. Bei Kombinationen verzinkter Gewinderohre mit anderen Rohrwerkstoffen ist die DIN 1988-7 einzuhalten. Dabei ist zubeachten, dass größere Bauteile und Apparate aus Kupfer, Kupferlegierungen, verzinntem Kupfer und Kupferloten in Fließrichtung nicht vor verzinkten Eisenwerkstoffen angeordnet werden dürfen (Fließregel).

Als Übergang zwischen Edelstahl und verzinktem Stahl werden Übergangsstücke aus Kupferlegierungen empfohlen, deren Länge mindestens dem Rohrdurchmesser entspricht. Hierdurch wird die Wirkung der Bimetallkorrosion (abhängig von der Wasserbeschaffenheit) verringert.

Innerhalb einer Hausinstallation sind nur Materialien zulässig, die das Prüfzeichen einer anerkannten Zertifizierungsstelle (z. B. DVGW) tragen. Arbeiten an der Anlage dürfen nur von anerkannten Fachbetrieben ausgeführt werden!

Vom Verein eco-bau, bei dem über 50 Bauämter des Bundes, von Kantonen und Städten in der Schweiz Mitglied sind und in dessen Zentrum der Vereinsaktivitäten die Entwicklung und Verbreitung von Planungswerkzeugen für nachhaltige, ökologische und gesunde Bauweise stehen, ist ein Merkblatt BKP 250 – Sanitäranlagen herausgegeben worden.

Danach werden in Bezug auf die Neuinstallation von Trinkwasseranlagen folgende Empfehlungen gegeben:
- Für Hausanschlussleitungen sollte Polyethylen (PE) verwendet werden.
- Kellerverteilungen und Steigleitungen sollten mit Rohren aus nichtrostendem Stahl und/oder Kunststoffverbundrohren (PE-X i. S. / Al / PE-X i. S.) hergestellt werden.
- Bei Stockwerksverteilungen wird Polybuten (PB) und vernetztes Polyethylen (PE-X) favorisiert.

Diese Empfehlungen basieren auf den Ergebnissen der Schweizer Studie "eco-devis Versorgungsleitungen", die im Merkblatt eco-devis 426 dokumentiert worden sind. Bewertet wurden die Rohrmaterialen nach den Kriterien Graue Energie (Herstellungsaufwand), Emissionen in das Trink- und Abwasser sowie die Verwertung und Entsorgung.

Bei dem Einsatz von Kunststoffrohren in der Trinkwasserinstallation sollte in Anbetracht der relativ hohen Bioverwertbarkeit in den ersten sechs Monaten nach der Montage auf jeden Fall für einen hohen Wasserdurchsatz gesorgt werden!.

Durch die neue Trinkwasserverordnung 2011, die aa dem 1. November 2011 anzuwenden ist, ändern sich die normgerechten Bezeichnungen für die Wasserleitungen in Zeichnungen und Beschilderung.

PW : Potable Water (Trinkwasserleitung)
PWC : Potable Water Cold (Trinkwasserleitung - kalt)
PWH : Potable Water Hot (Trinkwasserleitung - warm)
PWH-C : Potable Water Hot-Circulation (Trinkwasserleitung - warm, Zirkulation)
NPW :Non Potable Water (Nichttrinkwasser)
TI :Thermal Insulation (Wärmedämmung)
Venturi-Strömungsteiler
KHS-Venturi-Strömungsteiler
 KHS-Venturi-Strömungsteiler
Quelle: Gebr. Kemper GmbH + Co. KG
Einsatz der Strömungsteiler mit nachfolgend bestimmungsgemäß genutzten Verbrauchern
 Einsatz der Strömungsteiler mit nachfolgend bestimmungsgemäß genutzten Verbrauchern
Quelle: Gebr. Kemper GmbH + Co. KG
Eine besondere Art, eine hygienisch unbedenkliche Installation herzustellen, ist der Venturi-Strömungsteiler. Das Wirkprinzip des Strömungsteilers beruht auf dem Prinzip der Venturi-Düsentechnik.

Der minimale Druckunterschied zwischen Zuleitung A und Rückleitung B bewirkt eine Zwangsdurchströmung der Zapfstelle bzw. der Etagenleitung. Der Antrieb erfolgt durch Wasserentnahme nach dem Venturi-Strömungsteiler. Der gesamte Wasserinhalt der Ringleitung wird so ausgetauscht. Dadurch wird eine Stagnation in den Kalt- und Warmwasserleitungen vermieden.

Bei einem kleinen Volumenstrom in der Verteilleitung / im Steigstrang bleibt die dynamische Venturi-Düse fast vollständig geschlossen und nahezu der gesamte zur Versorgung benötigte Volumenstrom wird durch den Ring geleitet.

Bei einem höheren Volumenstrom in der Verteilleitung / im Steigstrang öffnet   die dynamische Venturi-Düse bei Erreichen des Öffnungsdruckes – der größte Anteil des Volumenstromes fließt direkt durch den Strömungsteiler im Durchgang, wobei ein Teilvolumenstrom durch den bekannten Venturi-Effekt in den Ring umgeleitet wird.

Die Basis des KEMPER Hygienesystems KHS ist der KHS-Venturi-Strömungsteiler als statische oder dynamische Anwendung. Aufgrund der unterschiedlichen Konstruktionsweisen der Strömungsteiler -statisch- und -dynamisch- ergeben sich unterschiedliche Anwendungsfälle.
Der KHS-Venturi-Strömungsteiler -statisch- arbeitet nach dem Prinzip der Venturi-Düse. Durch den minimalen Druckunterschied über der Venturi-Düse wird der Hauptvolumenstrom in einen Ring- und einen Durchgangsvolumenstrom aufgeteilt. Der Antrieb erfolgt durch Wasserentnahme nach dem KHS-Venturi-Strömungsteiler. Der gesamte Wasserinhalt der Ringleitung wird so ausgetauscht, Stagnation und mögliche Verkeimungen vermieden und die Trinkwassertemperatur wird niedrig gehalten.

Einsatzbereich -statisch-
- ausschließlich für Trinkwasser Kalt (PWC)
- Ein- und Zweifamilienhäuser
- Außenzapfstellen, Heizungsfüllleitungen, Kellerzapfstellen, Gäste-WC

Mit dem KHS-Venturi-Strömungsteiler -dynamisch- ist ein weiterer Schritt in Richtung Stagnationsvermeidung gelungen. Der KHS-Venturi-Strömungsteiler -dynamisch- unterscheidet sich vom KHS-Venturi-Strömungsteiler -statisch- darin, dass er „dynamisch“ funktioniert und reagiert. Durch ein zusätzliches Bauteil in der Venturi-Düse ist der dynamische Strömungsteiler in der Lage, bereits bei kleinsten Volumenströmen in der Verteilleitung im Steigstrang eine maximale Durchströmung der angeschlossenen Ringe zu erzielen. Durch die beschriebene Funktionsweise kann der KHS-Venturi-Strömungsteiler -dynamisch- sowohl im PWC als auch im PWH eingesetzt werden.

Einsatzbereich -dynamisch-
- Trinkwasser Kalt (PWC) und Warm (PWH)
- Krankenhaus, Hotel, Schulen und Kindergarten, Sportstätten
- Gebäude ohne Einzelmengenerfassung, alle stagnationssignifikanten Entnahmestellen

Wandscheiben
Doppelwandscheibe (oben), Wandscheiben-T-Stück (links unten), Doppelwandscheibe (rechts unten)
 Doppelwandscheibe (oben), Wandscheiben-T-Stück (links unten), Doppelwandscheibe (rechts unten)
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Doppelwandscheibe
 Doppelwandscheibe
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Aus hygienischen Gesichtspunkten sind die Trinkwasserleitungen als Reihen- oder Ringleitungssystem herzustelllen, dazu sind spezielle Wandscheiben notwendig. Diese haben geringen Einzelwiderstände und ermöglichen niedrige Druckverluste in den Etagenverteilungen.

Auch wenn einzelne Armaturen nicht regelmäßig benutzt werden, wird der Wasserinhalt der gesamten Reihen- oder Ringleitung regelmäßig ausgetauscht, weil die am häufigsten benutzte Armatur (WC) eine Stagnation ausschließt.

Auch wenn einzelne Wohnungen (Ferienwohnungen) oder Zimmer (Hotel) nicht belegt sind, kann durch eine elektronisch gesteuerte Betätigungsplatte das System gepült werden.
Einpressdüse
Einpressdüse mit Ringleitung und Doppelwandscheibe
 Einpressdüse mit Ringleitung und Doppelwandscheibe
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Fließbild mit einer Einpressdüse
 Fließbild mit einer Einpressdüse
Quelle: Viega GmbH & Co. KG

In vielen Trinkwasserinstallationen, besonders in T-Stück-Installationen, gibt es Leitungsabschnitte, die nach hygienischen Gesichtspunkten nicht einwandfrei sind. Dazu gehören Zuleitungen zu Kaltwasser-Armaturen, wie z. B. Außenzapfstellen, Gerätehähne (Waschmaschine), Auslaufventile an Ausguss- und Waschbecken (im Keller, Gäste-WC), Heizungsfülleinrichtung und thermische Ablausicherung, die tagelang bzw. wochenlang kein Wasseraustausch haben und die sich aufgrund fehlender Dämmung erwärmen.

In dem stagnierenden Wasser kann zu einem vermehrten Bakterienwachstum kommen. Dieses Wasser kann ständig durch die immer vorhandenen Druckschwankungen in das restliche Leitungssystem eingeimpft werden.

Um eine regelmäßige Durchströmung zu gewährleisten kann in die Hauptverteilleitung zwischen den zwei T-Stücken eine Einpressdüse (22 bis 64 mm) aus Rotguss eingebaut werden, die dann einen Teil des Wassers zwingt, durch die Ringleitung zu fließen. Bei jeder Wasserentnahme hinter der Einpressdüse entsteht automatisch ein geringer Druckunterschied (Venturi-Prinzip), wodurch neues Wasser durch den Abzweig "gezogen" wird.

Dieses System sollte entweder schon im Neubau eingeplant werden, wenn kein Reihen- oder Ringsystem vorgesehen ist oder nachträglich in Altbauten eingebaut werden. Wichtig ist eine bedarfsgerechte Dimensionierung der Haupverteilleitung.

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Buddy5 schrieb: Euer Problem ist alt bekannt, kein einziger Techniker hat euch beschrieben wie es funktioniert. Das Stichwort "Betriebsbedingungen" kennt wohl keiner mehr. Ihr habt keinen Brennwertkessel der moduliert...
feanorx schrieb: zu1. 17mm Querschnitt ist ok sofern die FBH Kreisanzahl passt zu2. Das sollte eigentlich so üblich sein aber es gibt auch hier genug schwarze Schafe die frei Schnauze arbeiten wenn man sie denn lässt...
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