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Autoren
OldBo
29.08.2019
Die einfachste Möglichkeit, in die Trinkwasseranlage unzulässig einzugreifen bietet ein Schlauchanschluss, z.B. an einer Außenzapfstelle im Garten.
Zapfhahn (Auslaufventil mit Knebelgriff oder Steckschlüssel, Rückflussverhinderer (RV), Rohrbelüfter (RB) und Schlauchverschraubung
 Zapfhahn (Auslaufventil mit Knebelgriff oder Steckschlüssel, Rückflussverhinderer (RV), Rohrbelüfter (RB) und Schlauchverschraubung
Quelle: SCHELL GmbH & Co. KG
frostsichere Außenarmatur - Integrierte Sicherungskombination HD, bestehend aus Rückflussverhinderer EB kombiniert mit Rohrbelüfter HB, gemäß DIN 1988 Teil 4 und DIN EN 1717
 frostsichere Außenarmatur - Integrierte Sicherungskombination HD, bestehend aus Rückflussverhinderer EB kombiniert mit Rohrbelüfter HB, gemäß DIN 1988 Teil 4 und DIN EN 1717
Quelle: Honeywell Deutschland Holding GmbH
Nachrüst-Systemtrenner zur Zapfhahnabsicherung
 Nachrüst-Systemtrenner zur Zapfhahnabsicherung
Quelle: Honeywell Deutschland Holding GmbH
Systemtrenner für Flüssigkeiten bis einschließlich Flüssigkeitskategorie 4 nach DIN EN 1717
 Systemtrenner für Flüssigkeiten bis einschließlich Flüssigkeitskategorie 4 nach DIN EN 1717
Quelle: Honeywell Deutschland Holding GmbH

Die einfachste Möglichkeit, in die Trinkwasseranlage unzulässig einzugreifen bietet ein Schlauchanschluss, z.B. an einer Außenzapfstelle im Garten. Oftmals als Einzelzuleitung verlegt und nicht als Ringleitung durchflossen, stellen diese Zuleitungen in den späten Herbst- und Wintermonaten klassische Stagnationsleitungen dar. Zudem ist es ein leichtes, jedes erdenkliche Gerät oder Behältnis über einen Schlauch direkt mit der Trinkwasserleitung zu verbinden. Ein Rücksaugen aus dem Gartenschwimmbecken oder ein Rückdrücken aus dem Hochdruckreiniger stellen realistische Gefährdungen dar. Außenarmaturen werden gewöhnlich mit einem Rohrbelüfter für Schlauchanschlüsse Typ HB gem. DIN EN 1717 gegen solche Szenarien abgesichert oder teilweise auch mit Armaturenkombinationen aus Rohrbelüfter für Schlauchanschlüsse und einem einfachen Rückflussverhinderer. Diese Absicherung ist jedoch nicht immer ausreichend, wenn man sich vor Augen hält, dass ein Hochdruckreiniger mit Seifenpatrone mit einer Flüssigkeit der Kategorie 4 arbeitet, die da zurückdrücken könnte. Selbst Sicherungskombinationen vom Typ HD sichern jedoch in diesem Fall nur maximal bis Flüssigkeitskategorie 3 ab. Seit mehreren Jahren sind bereits Systemtrenner vom Typ BA zur Nachrüstung an Standrohren oder Außenzapfstellen auf dem Markt erhältlich, die zuverlässig bis zur Flüssigkeitskategorie 4 absichern.
Quelle: Arnd Bürschgens, Schulungsleiter der Honeywell GmbH

Absicherungsbeispiele, abhängig von der Flüssigkeitsklassen nach DIN 1988, Teil 4/ Flüssigkeitskategorien nach DIN EN 1717 und der Verwendung:
- Aussenzapfstelle (RV und RB) ohne oder mit kurzem Schlauch für eine Gieskanne
- Kategorie 2 (RV und RB) Standsprenger mit Schlauchanschluss
- Kategorie 3 (Systemtrenner CA) Hochdruckreiniger mit Druckanschluss
- Kategorie 4 (Systemtrenner BA) Versenkregner mit oder ohne automatische Beregnungsanlage mit Festanschluß
- Kategorie 5 (Einzelpumpen-Sicherheitstrennstation oder freier Auslauf/Zisterne mit Pumpe)

Frostsichere Außenarmatur
Frostsichere und stagnationsfreie Außenarmatur
 Frostsichere und stagnationsfreie Außenarmatur
Quelle: Gebr. Kemper GmbH + Co. KG
Abschließbarer Bediengriff für Außenarmatur
 Abschließbarer Bediengriff für Außenarmatur
Quelle: Gebr. Kemper GmbH + Co. KG
Die Außenarmatur KEMPER FROSTI® ist mit 2 Umdrehungen voll geöffnet. Das Auslaufgehäuse wird durchströmt. Durch die strömungsgünstige Bauform der Armatur wird eine überdurchschnittliche Auslaufleistung von über 40 l pro Minute (bei 1 bar Fließdruck) erreicht. Damit auch bei langem Wasserschlauch noch ausreichend Versorgung vorhanden ist. Durch die vollständige automatische Entleerung nach dem Absperrvorgang wird ein Einfrieren der Armatur verhindert. Wasserschäden werden vermieden.

In einer entleerten Armatur entsteht keine Stagnation, d. h. es entsteht keine Verkeimung.

Besonders im öffentlich zugänglichen Bereich reicht ein Bedienungsvierkant an der Außenarmatur als Sicherung gegen unzulässige Betätigung nicht aus. Für diesen Fall gibt es abschließbare Bediengriffe.

Einpressdüse
Einpressdüse mit Ringleitung und Doppelwandscheibe
 Einpressdüse mit Ringleitung und Doppelwandscheibe
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Fließbild mit einer Einpressdüse
 Fließbild mit einer Einpressdüse
Quelle: Viega GmbH & Co. KG

In vielen Trinkwasserinstallationen, besonders in T-Stück-Installationen, gibt es Leitungsabschnitte, die nach hygienischen Gesichtspunkten nicht einwandfrei sind. Dazu gehören Zuleitungen zu Kaltwasser-Armaturen, wie z. B. Außenzapfstellen, Gerätehähne (Waschmaschine), Auslaufventile an Ausguss- und Waschbecken (im Keller, Gäste-WC), Heizungsfülleinrichtung und thermische Ablausicherung, die tagelang bzw. wochenlang kein Wasseraustausch haben und die sich aufgrund fehlender Dämmung erwärmen.

In dem stagnierenden Wasser kann zu einem vermehrten Bakterienwachstum kommen. Dieses Wasser kann ständig durch die immer vorhandenen Druckschwankungen in das restliche Leitungssystem eingeimpft werden.

Um eine regelmäßige Durchströmung zu gewährleisten kann in die Hauptverteilleitung zwischen den zwei T-Stücken eine Einpressdüse (22 bis 64 mm) aus Rotguss eingebaut werden, die dann einen Teil des Wassers zwingt, durch die Ringleitung zu fließen. Bei jeder Wasserentnahme hinter der Einpressdüse entsteht automatisch ein geringer Druckunterschied (Venturi-Prinzip), wodurch neues Wasser durch den Abzweig "gezogen" wird.

Dieses System sollte entweder schon im Neubau eingeplant werden, wenn kein Reihen- oder Ringsystem vorgesehen ist oder nachträglich in Altbauten eingebaut werden. Wichtig ist eine bedarfsgerechte Dimensionierung der Haupverteilleitung.

Eingeschleifte Außen-Entnahmestelle
Eingeschleifte Außen-Entnahmestelle an ein WC
 Eingeschleifte Außen-Entnahmestelle an ein WC
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Der Anschluss der Zuleitung der Außenzapfstelle muss grundsätzlch direkt, also mit einem T-Stück, an die Trinkwasserleitung angeschlossen werden, damit keine Stagnationsleitungen entstehen. Besser ist aber ein durchgeschleifter Anschluss in einem Leitungsteil zu einer oft genutzen Auslaufarmatur (Waschbecken oder WC-Spülkasten).
Quellen
Arnd Bürschgens, Honeywell
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